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(aus: Thüringer Allgemeine Zeitung, 25.07.2009)
Ein Bericht aus:
Gedankenreichtum in Metall von Hans-Erdmann Gringer Merseburg/MZ Spannung zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion
und das Wechselbad Und die Schau hat schon eine kleine Rundreise quer durch Deutschland hinter sich. Nach München, Meiningen, Kleinsassen/Fulda und Celle ist nun am 29. September Merseburg Station. Danach wandert die Präsentation nach Bamberg, weitere Orte wie Gera und Erfurt sollen noch folgen. "Wir wollen mit den Werken etwas erzählen, was überdauert. Und wir wollen durch die Spuren der Arbeit an dem Material Emotionen wecken und sichtbar machen", sagt Ulrich Barnickel. Für den Betrachter ist es erstaunlich, wieviele Facetten im künstlerischen Umgang mit dem scheinbar spröden Metall, von Aluminium bis Stahl, erkennbar werden. Jeder der Künstler hat eine eigene Handschrift, die in den unterschiedlichen Sichtweisen und im differenzierten Herangehen der gestalterischen Ideen deutlich werden. Einige experimentieren mit Emaille, Textilien, Folien und Holz. Die symbolträchtigen Werke von Rainer Henze, gebürtiger Leipziger, etwa zeigen dabei eine Leichtigkeit, die angesichts des Materials überrascht und die Schwere des Metalls vergessen lässt. Ulrich Barnickels "Goethe und Amalia" (Bronze) nimmt man jedes derzeit noch akademisch diskutierte Liebesverhältnis sofort ab, und Peter Lubans "Torso" vereint verblüffende körperliche Innen- und Außenansichten. Thomas Radeloff, der die Zahl drei offenbar magische Bedeutung beimisst, variiert sie immer wieder, zeigt etwa "Kopfstück Fühler" den Menschen mit drei Sensoren, die wie Tentakel in den Himmel wachsen. Klaus-Dieter Urban aus Merseburg nimmt für sich in Anspruch, in seinen Arbeiten bewusst modische Tendenzen außer Acht zu lassen. Er setze in seinen künstlerischen Arbeiten das um, was er für richtig oder wichtig halte, hebt er hervor. Und dies sind immer wieder Grundthemen des menschlichen Seins: Gefühle in allen Facetten existenzielle Bedrohungen, die zu Entscheidungen zwingen. Wenn etwa das "Narrenschiff" versucht, mit unterschiedlichen Charakteren durch alle Unbill zu steuern, wenn etwa der "Apologet" sich selbstverliebt reckt, während etwa in dem Zyklus "Befreie Dich von Deinem Fesseln" Hilflosigkeit und Leiden des Menschen angesichts übermächtiger Kräfte überzeugend Ausdruck finden. Der Spielraum für eigene Interpretationen ist groß, ebenso der Reiz und Fülle an Entdeckungen. Ein Besuch lohnt sich allemal. (aus: Mitteldeutsche Zeitung, 21.08.2008) Ausstellung Figuren aus Metall in Kleinsassen eröffnet von Klaus H. Orth KLEINSASSEN Die Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle/Saale war die einzige Studieneinrichtung für Metallplastik in der DDR. Auch der in Schlitz lebende Künstler Dr. Ulrich Barnickel zählt zu den ehemaligen Absolventen der Hallenser Institution. Jüngst hat er sich in seiner Dissertation an der Bauhaus Universität Weimar mit den bedeutenden Leistungen der Lehranstalt auseinander gesetzt: Die ,Metaller der Burg von der angewandten Metallkunst zur Stahlplastik ist seine Doktorarbeit überschrieben, in der Barnickel die Geschichte und Entwicklung der wie er schreibt nicht gegossenenen anthropomorphen Metallplastik zwischen 1949 und 1989 nachzeichnet, die sich aus dem Kunsthandwerk heraus zur freien Plastik hin emanzipierte. In einer gestern Nachmittag in der Kunststation Kleinsassen eröffneten Gemeinschaftsausstellung, die Barnickel kuratiert hat, zeigt der Bildhauer zusammen mit fünf anderen ehemaligen Metaller-Absolventen der Burg Giebichenstein unterschiedliche Gestaltungsimpulse, die von der Kunsthochschule ausgingen, und macht den faszinierenden Facettenreichtum aktueller expressiver Hohl- und Metallplastik deutlich. Figuren aus Metall präsentiert in den Hallen 1 und 3 sowie im Atelier Arbeiten, die in besonderem Maße von den Techniken Schmieden, Schweißen und der Montagekonstruktion geprägt sind, die in der Mehrzahl das Menschenbild in den Mittelpunkt rücken und dieses vom Standpunkt der Moderne aus hinterfragen. Barnickels Objekte tragen nicht selten Titel, die ihren Ursprung in Mythologie und Geschichte haben, die der enormen materiellen Präsenz des Metalls Formfindungen von manchmal tänzerischer Leichtigkeit entgegensetzen. Beispiele dafür bilden Narziss (2006) oder Goethe und Amalia (2006). Die Bronzen sind Abgüsse geschmiedeter und geschweißter Eisenfiguren, die im Atelier des gelernten Schmieds entstanden zwei von vielen Belegen für das fruchtbare Ineinandergreifen von Kunst und Handwerk und Ausweise für die enorme Schöpferpotenz des Bildhauers. Rainer Henze (Halle) schneidet aus Metall Figuren, kombiniert sie hier als Gruppe in einem Edelstahlkasten oder stellt sie dort als Einzelfiguren auf einen metallenen Wagen beziehungsreiche Momente zwischen Dynamik und Statik, die eindringlich auf den Betrachter wirken. Peter Luban (Plauen) richtet den Schwerpunkt seines Schaffens auf die Emailgestaltung und das direkte figürlich-plastische Gestalten ins Material. Aus Stahl getrieben und emailliert hat er seine Dame mit Rock (2007). Andere figurative Stahlarbeiten teilweise emailliert und vergoldet erscheinen archetypisch, erinnern an Relikte längst untergegangener prähistorischer Kulturen. Das Spannungsfeld menschlicher Technologie und Natur thematisiert Thomas Radeloff (Katzow) in seiner Serie Kopfstücke. Dabei verarbeitet er Stahl und Holz, führt sie in seinen Stahl- und Edelstahl-Objekten zusammen. Exponate, die als virtuoser Balanceakt zwischen Figuration und Abstraktion erscheinen mal sanft ruhend, mal leicht schwingend. Zeitlos erhaben wirken die Exponate von Klaus Dieter Urban (Merseburg). Feine, filigrane Figuren aus Eisen gebrannt, geschmiedet, geschweißt, verformt und in Beziehung zueinander gestellt werfen wie Aufstieg Abstieg (2005) existenzielle Fragen auf. Cornelia Weihes (Halle) gedrungene Schattenfiguren (2005), aus Stahl herausgeschnitten, stehen im Kontrast zu ihren lichten, aus Stahl-Stäben geschaffenen Köpfen und filigranen Körpern. Sie erfüllen den Raum mit Poesie. Ebenso die Bilder Weihes, die wie ihre Kollegen mit malerischen und grafischen Arbeiten vertreten ist, die mit dem jeweiligen bildhauerischen Werk korrespondieren. (aus: Fuldaer Zeitung, 21.04.2008, Sechs Künstler von Burg Giebichenstein auf Deutschland-Tournee Metallplastiken loten die Masse des Raumes aus von Thede Wilts Noch bis Ende November wandert die Ausstellung Figuren aus Metall Metallfiguren durch sechs deutsche Städte. Sie war bereits in Galerien in München und Meinigen zu sehen. Die Werkschau widmet sich mit Arbeitsbeispielen von sechs Künstlern der Geschichte und Entwicklung der figurativen Metallplastik an der Burg Giebichenstein in Halle. Zugleich wird die Metallkunst in der DDR zwischen 1949 bis 1989 in einen internationalen Kontext gestellt. Die Wanderausstellung präsentiert figurative Arbeiten von Thomas
Radeloff aus Katzow, Rainer Henze und Cornelia Weihe aus Halle, Klaus
Dieter Urban aus Merseburg, Peter Luban aus Plauen sowie vom Ausstellungsmacher
selbst, Dr. Ulrich Barnickel aus Schlitz. Alle sechs sind Vertreter der
so genannten zweiten Generation, die ihre Ausbildung an der
Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle an der Saale absolviert haben. (aus: Hephaistos-Bücherdienst) Sechse kommen um die ganze Welt Eine Schau der Metallkünstler von der Burg Giebichenstein macht gerade in Meiningen Station von Wolfgang Rudloff Mit ihren Skulpturen der letzten Schaffensjahre touren derzeit sechs
bekannte Metallgestalter Absolventen der hoch gepriesenen Hallenser
Kunsthochschule Burg Giebichenstein durch deutsche Lande. Nach
München im vergangenen Herbst ist seit nun und noch bis zum
13. April die Galerie ada in Meiningen die zweite Station.
Weitere bisher vereinbarte Etappenorte sind Kleinsassen/Rhön, Celle,
Merseburg und Bamberg, allesamt als Musenstädte in der Kunstwelt
ein Begriff. Hoffen auf Dialog Thomas Radeloff, Rainer Henze, Ulrich Barnickel, Cornelia Weihe, Peter
Luban und Klaus-Dieter Urban sind erfahrene Metallgestalter der Jahrgänge
1947 bis 1959. Damit gehören sie einer Generation an, die in einer
Zeit in der DDR studierten, in der ideologische Gängelung und Nähe zum Körper Einen wichtigen, für die ausstellenden Künstler geradezu typischen
Standpunkt nennt Metallgestalter Ulrich Barnickel. Man würde der
materialbestimmten Abstraktion mit Nähe zum menschlichen Körper
den Vorzug geben, wie er in seiner Dissertation schrieb. Jeder der sechs
versucht das auf seine Weise: Cornelia Weihe mit verschweißten Rundstäben,
Thomas Radeloff mit großen beeindruckenden Edelstahlgebilden, Klaus-Dieter
Urban mit sensiblen farbigen Reliefs und figurativen raumgreifenden Gebilden
von aktuellster sozialer Sinnhaftigkeit, Peter Luban mit Edelstahltorsi,
sich öffnenden Hohlkörperformen mit farbigen Emaileffekten oder
Rainer Henze mit seinen betont durch die Farbe wirkenden figurativen Kreationen,
denen man an unterschiedlichsten Orten immer in neuen Variationen begegnen
kann. (aus: Freies Wort Thüringen, 25.02.2008) Das Bekenntnis zum Figürlichen von Wolfgang Rudloff PLAUEN In der Bildhauerei gibt es keine Regeln, sagte
der amerikanische Bildhauer David Smith, dessen Experimentierfreude durch
den Umgang mit unterschiedlichsten Materialien darunter auch Metallen
seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts Interesse erregte. Smith
hatte in der Industrie die verschiedensten Bearbeitungstechniken von Metall
kennen gelernt und vermochte mit seinem Phantasiereichtum Gebilde zu kreieren,
die geometrisch abstrakt oder anthropomorph in der künstlerischen
Gestaltfindung Formgeschichte geschrieben haben. Die Verwendung von Farbe,
farbigen Metall, rostfreiem Stahl bewirkten dabei den Eindruck von Industrienähe
und Modernität. Die Biografie des amerikanischen Metallkünstlers
lässt viele Ähnlichkeiten mit denen der Künstlerabsolventen
des gleichen Genres an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle
erkennen und ermuntert dazu, dass es an der Zeit ist, gerade diese Metallkünstler
mehr als bisher ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zu rücken.
(aus: Vogtland-Anzeiger, 26.01.2008) Metallplastiker auf Ausstellungstour von Steffen Bandt HALLE/RÖSSNITZ Sechs ehemalige Studenten des Studiengangs
Metallplastik an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle/Saale
sind seit gestern auf großer Ausstellungstournee. Unter ihnen auch
Peter Luban aus Rößnitz, der im Vogtland unter anderem durch
die Schaffung des neuen Klostermarktbrunnens in Plauen bekannt ist. Ab
heute und bis 6. Oktober sind die Werke Lubans und seiner Kollegen in
der Galerie Wimmer in München zu besichtigen. Bis Ende November 2008
folgen Ausstellungen in Meiningen, Kleinsassen/Rhön, Celle, Merseburg
und Bamberg. 2009 und 2010 sollen unter anderem Coburg, Leipzig, Chemnitz
und Berlin die nächsten Städte der Tour werden. Möglich
ist auch, dass sich die Ausstellung in Österreich und der Schweiz
präsentiert. Neben Luban sind Ulrich Barnickel aus Schlitz/Fulda,
Rainer Henze (Halle), Thomas Radeloff (Katzow/Greifswald), Klaus Urban
(Merseburg) und Cornelia Weihe (Halle) mit im Boot. "Die Initialzündung
lieferte Ulrich Barnickel mit seiner Doktorarbeit an der Bauhaus-Uni in
Weimar", weiß Peter Luban zu berichten. "Diese Arbeit
erforscht und beschreibt zum einem die Entwicklung der Metallplastik im
Allgemeinen und die der Burg Giebichenstein im Besonderen. Die Publikation
stellt eine wichtige Aufarbeitung des Genres dar und gibt einen wichtigen
Überblick über die Entwicklungsgeschichte von den Anfängen
der Metallkunst bis heute." (aus: Vogtland-Anzeiger, 07.09.2007) |
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